Am Dienstag, dem 06. Mai 2025, habe ich an der Informationsveranstaltung zur Vorstellung des Aktionsplan Ostseeschutz 2030 (APOS 2030) durch Vertreterinnen der Landesregierung Schleswig-Holstein in Neustadt in Holstein teilgenommen.
Vor rund 250 interessierten Gästen – Vertretern aus der Landwirtschaft und Fischerei, Interessenverbänden, lokalen Politikern aus Kommunen und Kreis und Bürgermeistern – wurde uns durch die Staatssekretärinnen aus den vier mitwirkenden Ministerien der Landesregierung von Schleswig-Holstein der APOS 2030 vorgestellt.
- Katja Günther, Umweltministerium
- Anne Benett-Sturies, Landwirtschaftsministerium
- Magdalena Finke, Innenministerium
- Julia Carstens, Wirtschaftsministerium

Der APOS 2030 ist eine Initiative der Landesregierung Schleswig-Holsteins, um den ökologischen Zustand der Ostsee nachhaltig zu verbessern. Der Plan umfasst 16 Maßnahmenpaketen rund um die Themenfelder Überdüngung, Sauerstoffmangel, Munitionsaltlasten und intensiver Nutzung der Ostsee.
Auch wenn wir in Oldenburg in Holstein keinen direkten Ostseezugang und somit unmittelbar von den Auswirkungen des APOS 2030 betroffen sind, haben die Maßnahmen mittelbare Auswirkungen auf uns und sind somit von Interesse.
Insbesondere die Maßnahmen zur Eindämmung der Überdüngung und die Reduktion von Nährstoffeinträgen, können für uns in der Zukunft im Stadtgebiet ein Handlungsfeld hervorbringen. So finden wir in unserem Stadtgebiet zahlreiche Entwässerungsgräben, die als Sammler in den Oldenburger Graben und in der Folge in die Ostsee entwässern. In diese Sammler entwässern zum Beispiel unsere Oberflächenwasser, aber auch die Dränagen der Felder im Außenbereich der Stadt. Im Verbandsgebiet des Wasser- und Bodenverbandes entstehen somit möglicherweise in der Zukunft Verantwortlichkeiten und abgeleitete Handlungserfordernisse, um den Nährstoffeintrag in die Ostsee zu reduzieren.
Auch die Entsorgung von Abwässern hat eine Wirkung auf den Nährstoffeintrag in die Ostsee. Künftig werden hier zusätzliche Maßnahmen erforderlich sein, um den Nährstoffeintrag aus der Ableitung in die Vorflut nach der Klärung der Abwässer zu reduzieren. Wir leiten unsere Abwässer zwar in die Abwasserreinigungsanlage (Kläranlage) nach Lütjenbrode. Dort übernimmt dann der Zweckverband Ostholstein (ZVO) die Aufgabe der Abwasserreinigung für uns und alle weiteren angeschlossenen Verbandsmitglieder.
Für den in unseren Stadtgrenzen befindlichen Truppenübungsplatz Putlos mit dem Schieß- und Warngebiet Hohwachter Bucht sind vorerst keine Einschränkungen zu erwarten. Trotz der Ausweisung eines Schutzgebietes in der Bucht – und im Nutzungsbereich der Bundeswehr – sollen sich keinerlei Auswirkungen für den Schieß- und Übungsbetrieb ergeben. Man sei mit der Bundeswehr in regelmäßigem Austausch, so die Staatssekretärin Finke.
Auch wenn die Umsetzung der Maßnahmen noch nicht heute oder morgen erfolgt, ist der Prozess aber klar durch das Land beschrieben. Es ist daher erforderlich, den Aktionsplan Ostsee 2030 auch aus der Sicht der Stadt Oldenburg in Holstein zu begleiten und wo nötig mitzugestalten.
Zentrale Maßnahmen des APOS 2030
- Ausweisung neuer Schutzgebiete: Drei neue marine Naturschutzgebiete sollen eingerichtet werden – in den Regionen Schlei bis Gelting, südliche Hohwachter Bucht und westlich von Fehmarn. Diese umfassen etwa 7,9 % der Ostseefläche Schleswig-Holsteins. Zusätzlich erhalten drei bestehende Natura-2000 Gebiete (Sagasbank, Stoller Grund, Geltinger Bucht) einen strengeren Schutzstatus, sodass insgesamt 12,5 % der Ostsee unter strengen Schutz gestellt werden.
- Nutzungseinschränkungen: In den streng geschützten Gebieten soll die Fischerei verboten werden. Für den Bootsverkehr wird eine Befahrensverordnung beim Bund beantragt. Schwimmen, Tauchen und Strandangeln sind weiterhin möglich.
- Reduktion von Nährstoffeinträgen: insbesondere Landwirte sollen den Einsatz von Düngemitteln reduzieren, um Phosphor- und Stickstoffeinträge ins Grundwasser und in die Ostsee zu senken. Ziel ist eine Reduktion um 10 % bis 2030 und 20 % bis 2050.
- Beseitigung von Munitionsaltlasten und Geisternetzen: Die Bergung von Munitionsaltlasten (300.000 Tonnen und 5.000 Tonnen chemische Munition) und das Entfernen verlorener Fischernetze (sogenannter Geisternetze) sind weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Ökosystems Ostsee.
